Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, zeigt sich besorgt über die Wahlerfolge der AfD in Brandenburg und Sachsen.

So sei der Gewinn für die rechtspopulistische Partei ein „hohe[r] Stimmenanteil für Protest und Populismus“ und demnach ein Anlass zur Sorge. „Das Wahlergebnis ist ein klarer Gestaltungsauftrag an die beiden Ministerpräsidenten, ihren vor allem persönlichen Wahlerfolg mit Leben zu füllen und nun Landesregierungen zu bilden, die die Wirtschaft stärken und die Lebensbedingungen der Menschen gerade auch in den strukturschwachen ländlichen Räumen weiter verbessern“, so Wollseifer. Nur mit einer klaren wirtschafts- und infrastrukturverstärkenden Politik würde es gelingen können, „verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und die Menschen davon zu überzeugen, dass Nationalismus und Ausgrenzung nicht die Antworten in einer immer vernetzteren und globalisierteren Welt sein können“. Wollseifer hat Vertrauen in die gewählten Parteien und erwartet, dass Einzelinteressen zurückgestellt und dass Entscheidungen im Interesse des Wohles der Menschen in beiden Bundesländern getroffen werden. „Notwendig wird es sein, einen klaren Schwerpunkt auf mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik zu legen, die den Belangen des Handwerks Rechnung trägt. Damit unsere Betriebe wettbewerbs- und leistungsfähig bleiben, müssen der Breitbandausbau vorangetrieben, der ÖPNV und die Verkehrsinfrastruktur weiter ausgebaut und zugleich bürokratische Hemmnisse verringert werden.“

Verluste bei den Linken, Grüne legen zu

Betrachtet man das vorläufige amtliche Endergebnis hat die CDU in Sachsen 32,1 (2914: 39,4) Prozent der Stimmen erhalten. Die AfD erreichte 27,5 Prozent, was im Vergleich zu 2014 (9,7) einem Plus von 17,8 Prozent entspricht. Die Grünen erreichten 8,6 und die SPD 7,7 Prozent. Die Linke kam auf 10,4 Prozent. Die FDP und die Freien Wähler schafften den Einzug in den Landtag nicht. Auch in Brandenburg legten die Grünen zu. Sie erreichten 10,8 (2014: 6,2) Prozent. Die AfD verdoppelte ihren Stimmenanteil auf 23,5 Prozent. Die SPD verlor in Brandenburg rund sechs Prozent an Wählern (von 31,9 auf 26,2 Prozent). Die CDU schaffte 15,6 Prozent, 2014 waren es noch 23. Die Linke schaffte es auf 10,7, die Freien Wähler bekamen 5 Prozent.

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