Neu eingeführte Piktogramme in Aufzügen sollen dafür sorgen, Aufzugnutzer in Notfällen zu beruhigen und sie sicher zum Notruf zu führen. Sie sind Teil einer neuen Norm.

„Wird jemand im Aufzug eingeschlossen, gerät er häufig unter Stress. In dieser Situation helfen den Aufzugnutzern die neuen Piktogramme, die jetzt europaweit eingeführt werden, um auf sich aufmerksam zu machen“, sagt Thomas Lipphardt, Spezialist für Normen und Gesetze beim Aufzugunternehmen Kone. Diese neu entwickelten Piktogramme (grafische Zeichen beziehungsweise Wegweiser) sollen mit Missverständnissen aufräumen und den Nutzern von Europas Aufzügen helfen, schnell aus einer Notsituation herauszukommen.

Die Einführung folgt den Vorgaben des Europäischen Komitees für Normung. Die Piktogramme sind ein Teil der neuen DIN EN 81-83, die ab dem 1. Juni 2020 für alle neuen Aufzüge verpflichtend sind. Zunächst weist ein erstes Piktogramm darauf hin, dass der Notruftaster mindestens drei Sekunden lang gedrückt werden muss, um einen Notruf abzusetzen, was viele bisher gar nicht wussten. Daraufhin leuchtet ein gelbes Glocken-Symbol auf und es wird der Anruf zu einer Notrufzentrale aufgebaut. Erlischt das Glocken-Symbol, erscheint folgend ein grünes Sprech-Symbol. Das bedeutet, dass die Verbindung zur Notrufzentrale besteht und die Person nun mit der Zentrale einen festgelegten Maßnahmeplan zur Befreiung besprechen kann. Die gültige Norm setzt dann schnelles Handeln voraus: Spätestens 30 Minuten nach Eingang des Einschlusses muss die Notbefreiung gestartet sein – das kann durch die Haustechniker vor Ort, die Servicemonteure oder durch die Feuerwehr erfolgen.