Das NRW-Handwerk fordert eine Gleichstellung von Meisterschülern mit Studenten. So sollen angehende Meister nicht mehr allein auf den hohen Kosten sitzenbleiben.

Angesichts des momentanen Fachkräftemangels im nordrhein-westfälischen Handwerk und dem somit gebremsten Wachstum fordert nun das NRW-Handwerk, dass Meisterschüler genauso gefördert werden wie Studenten. Denn die Betriebe können wegen des Mangels an Fachpersonal viele Aufträge nicht annehmen. Seitens des Handwerks erwarte man, dass angehende Handwerksmeister durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFGB) genauso gestellt werden wie Studierende an Fachhochschulen und Universitäten, erklärt Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT). „Es darf nicht so bleiben, dass Meister am Ende mehrere tausend Euro Schulden aufgrund der Lehrgangskosten haben, alle Kosten der Studierenden aber der Steuerzahler trägt – sogar für den Fall, dass der Studierende seinen Abschluss nicht erreicht.“ Momentan müssen angehende Meister je nach Gewerk unterschiedlich hohe Kosten tragen: Bäcker haben bei bestandener Meisterprüfung rund 2.500 Euro zu zahlen, bei Friseuren liegt der Preis bei 3.000 Euro. Elektrotechniker müssen 5.000 Euro blechen und Zahntechniker haben wegen der besonders teuren Lernmittel sogar eine Belastung von 8.000 Euro. Die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) plant bereits einige Maßnahmen, die das Aufstiegs-BAföG bis Herbst 2020 ausbauen sollen. Die geplanten Änderungen des AFBG sehen vor, dass der Zuschussanteil von 40 auf 50 Prozent erhöht wird. Damit erhöht sich der Zuschuss je nach Meisterschule um bis zu 1.300 Euro. Auch der Erlass des Darlehens soll bei bestandener Prüfung von 40 auf 50 Prozent ansteigen, hierbei handelt es sich um mögliche Vorteile von 60 bis 130 Euro. Für Existenzgründer ist darüber hinaus ein vollständiger Darlehenserlass geplant.

Handwerk wünscht sich noch mehr

Die Entscheidungen aus der Politik reichen dem Handwerk allerdings noch nicht. So wünscht man sich hier einen vollständigen Erlass des Darlehens schon bei Bestehen der Meisterprüfung. Eine Selbstständigkeit für einen vollständigen Erlass zur Voraussetzung zu machen, reiche nicht aus. In einem Interview mit dem Handwerksblatt sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): „Ich freue mich sehr, dass der Bund sich vorgenommen hat, den beruflichen Aufstieg unter anderem durch Meister- und Erfolgsboni zu erleichtern. Ich weiß, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung dazu das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz novellieren möchte. Es besteht daher keine Notwendigkeit, als Land dort tätig zu werden.“