Die von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer geplante Abwrackprämie für alte Ölheizungen kann endlich für eine Energiewende sorgen. Es gibt aber auch einige Skeptiker.

Fast jedes zweite Gebäude mit Ölheizung ließe sich laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sofort auf Gas umstellen. Weitere 510.000 Gebäude lassen sich außerdem an das Fernwärmenetz anschließen. Alleine durch diese Maßnahmen ließen sich bereits mehr als 14 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen. BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer hofft, dass dadurch die „dringend benötigte Wärmewende“ endlich vorangetrieben wird.

Lieber langfristig als kurzfristig fördern

„Es ist sinnvoll, alte Heizungen gegen neue, effizientere Geräte auszutauschen“, lobte auch IWO-Geschäftsführer Adrian Willig den Vorstoß von Kramp-Karrenbauer. Solch eine kurzfristig angelegte Lösung in Form einer Abwrackprämie hält er jedoch noch nicht für das richtige Instrument. Er wünscht sich stattdessen dauerhafte Anreize wie zum Beispiel eine steuerliche Förderung für Sanierungsmaßnahmen. Und auch der Geschäftsführer des Heizungsbauers Vaillant, Norbert Schiedeck, sieht in solch einer langfristigen Förderung eine bessere Lösung für das aktuelle Problem. „Eine kurzfristig hohe Nachfrage kann zu Kapazitätsengpässen führen. Zu Preisentwicklungen, die nicht gewollt sind. Und zu Investitionen auf Hersteller- oder Installationsseite, die nicht langfristig ausgerichtet sind“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Auf Worte Taten folgen lassen

Schiedeck befürchtet nun, dass viele Haushalte mit der Modernisierung ihrer Heiztechnik warten, bis es eine Aussicht auf eine solche Förderung gibt. Deshalb hofft er, dass den Ankündigungen bald Taten folgen. Das gleiche fordert der Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Gegenüber der Funke Mediengruppe sagte ein Pressesprecher: „Wir haben erlebt, dass die Politik die Möglichkeit einer Abwrackprämie immer mal wieder thematisiert hat, aber nie konsequent umgesetzt hat. Das hat bei den modernisierungswilligen Anlagenbesitzern verständlicherweise eher dazu geführt, den Heizungstausch gar nicht vorzunehmen und abzuwarten.“ Wie eine solche Abwrackprämie im Detail aussehen könnte, ließ Kramp-Karrenbauer offen. Branchenexperten fordern allerdings eine Förderung, die nicht allzu stark nur auf Ölheizungen ausgerichtet ist. „Es gibt sehr viel mehr ineffiziente veraltete Gaskessel als alte Heizölkessel“, sagte Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Sollte eine Abwrackprämie tatsächlich eingeführt werden, so müssten entsprechend auch veraltete Gasheizungen einbezogen werden.