Wer sich lange und ungeschützt in der Sonne aufhält, riskiert Hautkrebs. Neue Zahlen aus der Bauwirtschaft zeigen, wie gefährlich hoch das Risiko auf dem Bau ist.

2.944 neue Verdachtsfälle von weißem Hautkrebs wurden allein 2018 gemeldet. 2019 gingen bereits 1.400 neue Meldungen ein, und die Tendenz steigt. Das zeigen aktuelle Zahlen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau). Seit drei Jahren wird Hautkrebs bereits von der BG Bau als Berufskrankheit anerkannt. Zurecht, denn schnell hat sich Hautkrebs in dieser Zeit auf Platz 1 der häufigsten Berufskrankheiten im Bausektor gesetzt – dicht gefolgt von Lärmschwerhörigkeit und Lungenkrebs durch Asbest.

Die BG Bau will auf den wichtigen Schutz vor UV-Strahlung aufmerksam machen: „Vielen Beschäftigten ist nicht bewusst, welcher Gefahr sie sich bei der Arbeit in der Sonne auf der Baustelle aussetzen. Hier müssen wir noch stärker aufklären und sensibilisieren. Entsprechende Präventionsmaßnahmen können Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten verhüten“, so Klaus-Richard Bergmann, Hauptgeschäftsführer der BG Bau. Denn die Haut vergisst bekanntermaßen nie. Gerade Beschäftigte, die viel an der freien Luft arbeiten, wie zum Beispiel Dachdecker, Straßenbauer und Gerüstbauer, sollten daher besonders auf UV-Schutz achten. Die BG Bau hat auf ihrer Website dafür einen hilfreichen Guide erstellt, der einem passende Schutzmaßnahmen nahebringt. Die Berufsgenossenschaft fördert den Hitze- und Strahlungsschutz sogar mit einer Prämie.

Vorsorge und Selbstschutz

Bergmann empfiehlt Bauarbeitern dringend, sich selbst zu informieren und zu schützen. Er appelliert an die Handwerksbetriebe: „Bringen sie den jungen Männern am Bau bei, dass sie sich ordentlich eincremen und ihre muskulösen Oberarme idealerweise nicht zur Schau stellen, sondern mit einem Shirt schützen.“ Die hohen Zahlen der Hautkrebsverdachte sind vor allem dahingehend alarmierend, dass es dadurch vermehrt zu Arbeitsausfällen und somit hohen Kosten für die Betriebe kommt. Um das einzudämmen, will die BG Bau schon früh mit Präventionsmaßnahmen beginnen: „Wir müssen bereits bei der Kindererziehung die Sensibilität entwickeln, dass UV-Licht nur in Maßen guttut“, so Bergmann. Der Arbeitsmedizinische Dienst (AMD) der BG Bau bietet ihren rund 550.000 Mitgliedsunternehmen Vorsorgemaßnahmen für Beschäftigte an. „Mit unseren Untersuchungen sollen unter anderem Krebserkrankungen verhindert und frühzeitig erkannt werden. Dazu führen wir jährlich über 500.000 Vorsorgeuntersuchungen durch“, so Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Geschäftsführerin und ärztliche Direktorin des AMD der BG Bau. Auch ein Selbsttest wurde in Kooperation mit der Deutschen Krebshilfe erstellt, um eine Selbsteinschätzung für Gefährdete zu ermöglichen.