Die zuständigen Vertreter konnten sich darauf einigen, dass Dachdecker künftig einen höheren Mindestlohn erhalten – sowohl gelernte Fachkräfte als auch Helfer.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) haben sich auf eine Steigerung der Mindestlöhne in der Branche geeinigt. Am ersten Januar 2020 steigt der Branchenmindestlohn 2 für gelernte Fachkräfte um 40 Cent auf 13,60 Euro, im Oktober 2021 weiter um 50 Cent auf 14,10 Euro. Der Mindestlohn 2 für Helfertätigkeiten steigt ebenfalls in zwei Stufen erst um 20 Cent auf 12,40 Euro und im Oktober 2021 nochmals um 20 Cent auf 12,60 Euro. Bis zum 14. August müssen dem Vertrag beide Parteien zugestimmt haben, enden soll der Tarifvertrag am 31. Dezember 2021. Einen branchenübergreifenden Mindestlohn gibt es in Deutschland seit Januar 2015, die einzelnen Branchen können jeweils höhere Mindestlöhne tariflich vereinbaren.

Mindestlohn im Bauhauptgewerbe höher

Trotz Erhöhung des Dachdecker-Mindestlohns bleibt das Bauhauptgewerbe mit seinem Mindestlohn Vorreiter. Das wird aus der Übersicht „Branchen-Mindestlöhne“ des deutschen Zolls deutlich. In vielen Bundesländern liegt der Mindestlohn der Lohngruppe 2 bei 15,20 Euro, in Berlin bei 15,05 Euro. Den Mindestlohn bei Malern und Lackierern schlägt das Dachdeckerhandwerk aber. Hier liegt der Betrag für gelernte Fachkräfte ab Mai 2020 lediglich bei 13,50 Euro und bei den ungelernten Helfern bei 11,10 Euro. Diese Werte bleiben noch bis April 2021 gültig. Um den korrekten Einsatz des Mindestlohns gewährleisten zu können, muss der Fachbereich „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ (FKS) des Zolls weiterhin mit funktionierenden Kontrollen vordringen. Gewerkschaften, Arbeitgeber und Politiker sind sich außerdem einig, dass die FKS mit deutlich mehr Personal ausgestattet werden muss. Laut Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Stefan Körzell, gebe es nach wie vor zu viele Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter unter der Mindestlohn-Grenze beschäftigen. Insbesondere seien davon die Gaststättenbranche, die Land- und Fleischwirtschaft sowie das Transport- und Baugewerbe betroffen.