Die Digitalisierung ist auf dem Bau angekommen und bietet viele Chancen. Neben diesen Chancen birgt sie aber vor allem viele Herausforderungen, so auch für Bauzulieferer.

Bereits vor vier Jahren wurde beschlossen, dass spätestens 2020 alle am Bau Beteiligten die digitalen Werkzeuge des Building Information Modeling (BIM) nutzen sollen. Ab nächstem Jahr also sollen alle baurelevanten Daten auf einer Plattform gesammelt werden, sodass ein einheitliches Datenmodell entsteht. Für Architekten, Fachplaner, Hersteller, Großhändler und Verarbeiter bietet das viele Vorteile in der Planung, die dann einfacher und transparenter ablaufen kann. Durch die digitale Planungsmethode BIM ist eine bessere Kontrolle der Kosten, Qualität und Termine möglich. Das bietet nicht nur viele Chancen, sondern birgt auch viele Herausforderungen. So auch für Bauzulieferer: Betriebe, die mit der digitalen Transformation noch zurückstehen, sollten sich nicht mehr allzu viel Zeit damit lassen ihre Infrastruktur zu digitalisieren. Denn für sie bietet sich die Chance, mit der BIM-Initiative vom Bund näher und direkter an Planer und Architekten als neue Kundengruppen heranzukommen.

Optimierung von Geschäftsprozessen

Sowohl der Vertrieb mehrerer tausend Produkte als auch die Auftragsbearbeitung eines Bauzulieferers lassen sich bei gelungenem digitalen Wandel vereinfachen. Mithilfe von Customer-Relationship-Management (CRM; zu Deutsch: Kundenbeziehungsmanagement) lassen sich außerdem auftragsrelevante Daten schnell abrufen und die mehrfache Dateneingabe und Datenhaltung wird unnötig. Genauso kann die Kommunikation zwischen Innen- und Außendienst durch digitalisierte Prozesse effizienter gestaltet werden. Begriffe wie Künstliche Intelligenz (KI), Natural Language Processing (NLP), Machine Learning und Predictive Analytics benennen moderne Technologien, die Bauzulieferern weitere Vorteile bei der Bewertung von Stakeholder-Analysen und der Darstellung von Lieferketten bieten können. „Durch die neuen Digitalisierungsmaßnahmen können wir erreichen, dass wir unseren Vertrieb bei der Qualifizierung der Leads deutlich verbessern können“, bestätigt Cagatay Ulukan, Teamleiter Controlling und Prozesse bei der Messer Group. Unternehmen haben durch die neuen Technologien aber nicht nur die Chance, ihre Marketing- und Vertriebsabteilungen effizienter zu gestalten. Sie können zudem stabilere Kundenbeziehungen aufbauen und Umsatzpotenziale identifizieren.