Aus einem aktuellen Fall wird deutlich, dass Mieter Instandsetzungsarbeiten nicht nur dulden, sondern den Handwerkern auch Zugang zu ihrer Wohnung geben müssen.

Das Amtsgericht München entschied zuletzt in einem Fall, dass Mieter Handwerker in ihre Wohnung lassen müssen, sofern der Vermieter die Arbeiten mindestens fünf Tage vorher angekündigt hat. Bei der Mieterin handelt es sich um eine 90-jährige Frau, die sich bereits seit Jahren über undichte Fenster beschwert hatte und deshalb die Miete um 15 Prozent kürzte. Jahre später plante der Vermieter, die Fenster instand setzen zu lassen. Hierzu kündigte er gegenüber der Mieterin aufwendige Arbeiten an, die etwa vier Tage in Anspruch nehmen würden. Asbesthaltige Fensterelemente müssten unter Anbringung einer Staubschutzwand demontiert, Heizkörper vorübergehend ausgebaut und Möbel und Küchenelemente bis zu einem Meter Abstand von einem dazu beauftragten Schreiner vorübergehend zurückgebaut werden. Von diversen Terminen, die der Vermieter der Seniorin anbot, lehnte sie alle ab. Sie verlangte, dass der Hauseigentümer ihr vorher die Übernahme von Hotel-, Verpflegungs- und Reinigungskosten versprach.

Die gerichtliche Entscheidung

Das Amtsgericht München stellte sich auf die Seite des Vermieters. Er habe die Arbeiten bereits fünf Tage vorher schriftlich angekündigt und die Frau müsse den Handwerkern montags bis freitags in der Zeit zwischen 9 und 17 Uhr Zutritt zu ihrer Wohnung gewähren. Auch eine mündliche Mitteilung seitens des Vermieters hätte dazu schon gereicht. Die Ankündigung müsse dabei inhaltlich die beabsichtigte Maßnahme grob nach Art und Umfang enthalten. Die Mieterin könne den Zutritt der Handwerker nicht davon abhängig machen, dass ihr eine Ersatzunterkunft und Mahlzeiten zur Verfügung gestellt werden. Die eigentliche Instandsetzung müsse die Mieterin ebenfalls akzeptieren und dulden, vor allem, weil sie die fehlerhaften Fenster selbst bemängelt hatte.