Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes fordert eine faire und angemessene Strategie für das Baugewerbe, um in diesem Sektor die Klimaschutzziele einhalten zu können.

„Es braucht eine ausgewogene Antwort auf die Frage, mit welchen Mitteln die Einhaltung der Klimaziele gewährleistet werden kann. Es liegt großes Potenzial darin, die Baubranche aktiv einzubinden. Ohne einen maßgeblichen Beitrag der Bauwirtschaft werden die Klimaziele nicht eingehalten werden. Die Schritte dahin müssen aber an die Bedürfnisse der mittelständischen Bauunternehmen angepasst sein, die gut 70 Prozent der Branche ausmachen. Statt politischer Symbolgesten braucht es pragmatische Lösungen, die die Verhältnismäßigkeit wahren“, erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) in der anhaltenden Debatte über mehr Klimaschutz. Mitte Juli hatte das Klimakabinett der Bundesregierung getagt, dabei jedoch noch keine konkreten Beschlüsse verabschiedet. „Es braucht aus unserer Sicht eine Kombination der zur Diskussion stehenden Instrumente. Emissionshandel, CO₂-Steuer und CO₂-Abgabe müssen so eingesetzt werden, dass Technologieoffenheit, Planungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleistet bleiben. Aus unserer Sicht ist insbesondere die Technologieoffenheit entscheidend: Hierdurch werden viele verschiedene, kreative Lösungen von Planern, Architekten und Bauunternehmern möglich“, so Pakleppa weiter. Der ZDB fordert das Klimakabinett nun dazu auf, in seinen Beratungen bis zum 20. September ein pragmatisches Konzept zu entwickeln und so die finanziellen und auch bürokratischen Lasten auf dem Baumittelstand auf ein Mittelmaß zu begrenzen.

Gebäudesektor bietet große Möglichkeiten zum Klimaschutz

Darüber hinaus sei es wichtig, den Gebäudesektor als ein Feld zu begreifen, in dem viel zu einer höheren Energieeffizienz beigetragen werden kann und welches somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Dazu meint Pakleppa: „Die energetische Sanierung des Gebäudebestandes bietet ein riesiges Potenzial. In der öffentlichen Debatte um Klimaschutzmaßnahmen steht der Gebäudebereich bislang zu wenig im Fokus. Dabei liegt das CO₂-Einsparpotenzial allein durch das Instrument der steuerlichen Sanierungsförderung nach Expertenangaben bei ca. 3,39 Mio. Tonnen. Rechnet man mit einer Förderung in Höhe von 20-30 Prozent, kann dadurch rund ein Viertel der gesamten Einsparung im Gebäudebereich erschlossen werden. Diese Chance muss endlich genutzt werden.“