Etwa 80.000 Tischler erhalten ab August zwei Jahre mehr Geld. Das Tischlerhandwerk und die IG Metall kommen zu einem Tarifabschluss. Auch Azubis können sich freuen.

Die Verbände des nord-westdeutschen Tischlerhandwerks und die IG Metall einigten sich in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen auf einen Abschluss mit einer Laufzeit von 26 Monaten. Demnach steigen die Löhne und Gehälter in den nächsten zwei Jahren in zwei Stufen, meldet der Fachverband des Tischlerhandwerks NRW. Für rund 80.000 Beschäftigte im Tischlerhandwerk bedeutet das:

– Am 1. August 2019 steigen die Entgelte um 2,9 Prozent. Der neue Ecklohn der Entgeltgruppe 6 erhöht sich damit auf 17,21 Euro bzw. auf 2.883,00 Euro pro Monat.
– Zum 1. Oktober 2020 steigen die Entgelte um weitere 2,0 Prozent. Der Ecklohn der Entgeltgruppe 6 beträgt dann 17,56 Euro bzw. 2.941,00 Euro pro Monat.
– Die Entgelttabelle kann erstmals mit einer Frist von einem Monat zum 30. September 2021 gekündigt werden.
– Die Ausbildungsvergütungen steigen ab dem 1. August 2019 um jeweils 30,00 Euro auf 650,00 Euro im 1. Ausbildungsjahr, auf 760,00 Euro im 2. Ausbildungsjahr und auf 850,00 Euro im 3. Ausbildungsjahr.
– Am 1. August 2020 steigen die Ausbildungsvergütungen um jeweils weitere 30,00 Euro und betragen dann 680,00 Euro im 1. Ausbildungsjahr, 790,00 Euro im 2.Ausbildungsjahr und 880,00 Euro im 3. Ausbildungsjahr.

Ein darüber hinaus abgeschlossener Tarifvertrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen beschließt, dass Arbeitnehmer ab 50 freiwillig Zusatzbeiträge in die Deutsche Rentenversicherung (DRV) einzahlen können. Damit können sie finanzielle Einbußen (Abschläge) bei der gesetzlichen Rente wegen eines vorgezogenen Eintritts in den Ruhestand vermeiden. Auf Wunsch oder gar Verlangen der Beschäftigten, zahlt der Arbeitgeber von nun an einen zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag von 50 Euro pro Monat bei der Deutschen Rentenversicherung ein. Das gilt allerdings nur, wenn der Beschäftigte selbst mindestens 50 Euro monatlich freiwillig aus seinem Nettoeinkommen als Zusatzbeitrag einzahlt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und tritt zum 1. August 2019 in Kraft und kann erstmalig zum 31. Dezember 2024 gekündigt werden. Er entfaltet keine Nachwirkung.