„Bachelor Professional“ und Ergänzungen wie „Junior-Professional“ – diese Bezeichnungen sind bald für den Meistertitel geplant. Diesen Plan lehnt nicht nur der ZDH ab.

Im Rahmen der Modernisierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) werden ergänzende Berufsbezeichnungen eingeführt. Abschlüsse wie der Meister sollen in Zukunft andere Bezeichnungen wie „Bachelor Professional“ erhalten. Durch Fortbildungen auf dem Niveau des Betriebswirts sollen Meister außerdem die Bezeichnung „Master Professional“ erwerben können. Das Ziel ist die Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek von der CDU. „Weil die Bezeichnungen international verständlich sind, fördern sie die Mobilität für berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger“, argumentiert sie.

Diese Pläne treffen an vielen Punkten aber nicht gerade auf Zuspruch. Das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst will noch weitere Ergänzungen wie „Junior Professional“ und „Senior Professional“ als Alternativen für die bereits im Raum stehenden Bezeichnungen einführen. Das Ministerium sieht die Bezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ in einer Verwechslungsgefahr mit akademischen Abschlüssen. Der Handwerkstag in Baden-Württemberg (BWHT) lehnt diesen Vorschlag allerdings ganz klar ab. „Damit es international vergleichbarer wird, haben wir uns für die zusätzlichen Bezeichnungen ‘Bachelor Professional’ und ‘Master Professional’ ausgesprochen“, erklärt der Präsident Rainer Reichhold. Die Bezeichnung „Junior Professional“ gehe der Kammer aber zu weit an dem anspruchsvollen Bildungsabschluss des Masters vorbei. Außerdem seien die Bezeichnungen verwirrend und unübersichtlich und würden in keinster Weise etablierte Bezeichnungen einführen. „Von den falschen Vorstellungen, die diese Bezeichnungen bei den Kunden hervorrufen, wollen wir erst gar nicht reden. Wir lehnen diese Begriffe kategorisch ab!“, kritisiert Reichhold.

„Junior Professional ist eine Katastrophe“

Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks ist abgeschreckt von Begriffen wie „Junior“ und „Senior Professional“. „Das käme einer Abwertung der beruflichen Bildung und ihrer Abschlüsse gleich“, bemängelt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. So soll sich der Bundestag nicht von der Akademikerwelt unter Druck setzen lassen. Dies gelte vor allem, weil der Meister und der akademische Bachelor im Deutschen Qualifizierungsrahmen auf einem Niveau eingestuft sind. Gar als „Katastrophe“ bezeichnet der Westdeutsche Handwerkskammertag die Vorschläge. Mit dem Vorschlag des Bundesrates würde man sowohl die Ziele der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung als auch die Koalitionsvereinbarungen vieler Landesregierungen durchkreuzen. „Die Stärkung der beruflichen Bildung ist ein klar formuliertes Ziel, nicht nur der Regierung in Nordrhein-Westfalen.“ Geplant ist, dass das Gesetz zum 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Bis dahin stehen noch einige Beratungen und Lesungen des Bildungsausschusses des Bundestages und des Bundesrates bevor.