Auf der Messe „Handwerk Digital“ wird schnell deutlich, dass die Digitalisierung ein fester Bestandteil des Handwerks geworden ist. Und das soll auch so bleiben.

3D-Scanner, 3D-Drucker, virtuelle Schweißtrainer und Exoskelette für komfortables Überkopfarbeiten bei Malertätigkeiten – die Digitalisierung ist zweifellos im Handwerk angekommen. Auf der Messe „Handwerk Digital“ im Bildungszentrum Hansemann der Handwerkskammer Dortmund konnten zahlreiche Besucher genau solche Innovationen bestaunen. Die Messe, auf der 80 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellten, wurde gemeinsam mit Handwerk.NRW, dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund organisiert. „Der Wandel durchdringt alle Bereiche des Lebens“, sagte der Präsident der Kammer Dortmund, Berthold Schröder. Die Digitalisierung sei aus dem Handwerk nicht mehr wegzudenken. Die neuen Techniken erforderten aber entsprechend geschultes Personal. „Da werden zunehmend Kompetenzen wichtig, die früher gar nicht zum eigentlichen Berufsbild gehört haben.“ Deshalb sei es notwendig, die Lerninhalte an Schulen und Baustellen in den verschiedensten Berufen neu zu überarbeiten, um zukünftige Fachkräfte mit dem richtigen Wissen auszustatten. Auch im traditionsreichen Handwerk erfordere der digitale Wandel ein Umdenken in vielen Bereichen. „Tradition zu bewahren bedeutet jedoch nicht, sich dem Fortschritt zu verschließen, an alten Vorstellungen festzuhalten und damit für Stillstand zu sorgen. Das Handwerk ist es gewohnt, Veränderungen mitzugestalten, denn wir sind nicht nur Anwender, sondern gleichzeitig auch Motor technischer Entwicklung.“, erklärte Schröder. Der Landeswirtschaftsminister, Andreas Pinkwart, sieht in dem Prozess der Digitalisierung neben den Herausforderungen auch eine riesige Chance, schwierige Prozesse vereinfachen zu können. Das wolle die Landesregierung auf jeden Fall unterstützen. „Bildung ist der Schlüssel, um diese neuen Technologien nutzbar und anwendbar zu machen. Wir brauchen gute Köpfe, wir brauchen Investitionen in die Unternehmen und wir brauchen die Infrastruktur. Wenn wir das zusammen machen, gemeinsam voranschreiten, bin ich ganz sicher, wird das Handwerk der Gewinner der digitalen Revolution werden.“

Nachwuchs-Handwerker gesucht

Für den Prozess und die Sicherung der Zukunft brauche man allerdings viele neue motivierte Handwerker. Jeder Handwerksbetrieb müsse laut Stefan Kaufmann, Bundestagsabgeordneter für die CDU, wissen, wie ein Unternehmen digital zu führen ist und wie seine Mitarbeiter dafür qualifiziert werden können. „Ohne Handwerker werden wir keine gute Zukunft haben“, meint Kaufmann. Die Entwicklungsperspektive für das Handwerk allerdings sei sehr gut. Um aber wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche Deutschland wieder mehr junge Handwerker, die den digitalen Herausforderungen gewachsen sind.