Bei der Sustainability Challenge werden innovative Projekte ausgezeichnet, die in der Bau- und Immobilienbranche für Nachhaltigkeit sorgen. Das sind die drei Gewinner.

Ein Forschungsprojekt zum Thema Baustoffrecycling, ein Start-up, das auf grünen Wasserstoff setzt und ein etablierter Baustoffhersteller, der Lasuren auf Leindotterbasis anbietet – das haben die diesjährigen Gewinner der Sustainability Challenge (Sustainability zu Deutsch: Nachhaltigkeit) zu bieten. Den Preis verlieh die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) am 25. Juni in Stuttgart. Insgesamt neun Finalisten waren vor Ort, die Jury hat sich für die nachhaltigsten Projekte entschieden. Insgesamt 99 Projekte haben sich für die drei Kategorien „Innovation“, „Start-up“ und „Forschung“ beworben. Nach einer Vorauswahl der Jury standen dann die neun Finalisten fest, die in Stuttgart gegeneinander antraten.

Kategorie Forschung

In dieser Kategorie fiel die Wahl der Jury auf das Projekt BauCycle, das eine ganzheitliche Verwertungsstrategie für Bauschutt erforscht. Das Projekt wird gemeinschaftlich geleitet von der Fraunhofer Institute IBP, IML, UMSICHT und IOSB. Das Projekt entwickelt ein optisches Sortierungsverfahren, mit dem heterogenes Bauschuttmaterial für hochwertige Produkte wiederverwendet werden kann. Die Nachhaltigkeit daran ist unverkennbar: Der Anteil an Material, das auf Deponien landet, wird um ein Vielfaches reduziert.

Kategorie Start-up

Green Hydrogen Esslingen durfte sich in dieser Kategorie als Sieger bezeichnen. Im März 2019 gegründet, nahm der Betrieb eine Power-to-Gas-Anlage mit grünem Wasserstoff in Betrieb. Damit trägt das junge Unternehmen viel zur Entwicklung von Alternativen für die Energieversorgung und zugleich zur Sektorkopplung von Gebäuden und Mobilität bei.

Kategorie Innovation

Hier fiel die Entscheidung der Jury auf das Unternehmen DAW. Der Betrieb produziert Holzöle und Lasuren auf Leindotter Basis. Somit findet das Unternehmen eine gute Antwort auf Fragen der Materialgesundheit und Fragen nach dem Einsatz nachwachsender Rohstoffe in Hinblick auf die Ressourcenverknappung. Der Leindotter wird als Nutzpflanze im Mischfruchtanbau mit Erbsen kultiviert – stärkere Nachhaltigkeit und Stärkung des Ökosystems geht nicht!

„In allen Kategorien fiel die Entscheidung sehr knapp aus“, erklärte Dr. Christine Lemaitre, geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Das zeigt, dass Innovation im nachhaltigen Bauen viele Facetten hat, die alle wichtig sind, wenn wir mit der Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit wirklich vorankommen wollen.“ Weitere Einsendungen, die knapp am Sieg vorbei schrammten, sind auf der Webseite des DGNB zu finden.