Aktuelle Erhebungen zeigen: Vor allem bei Wohngebäuden setzt man hauptsächlich auf Mauerwerk. Das schafft einen großen Beitrag zur Schaffung bezahlbarer Wohnräume.

Mit einem Anteil von bundesweit 72 Prozent unter den Wohngebäuden ist das Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein, Leichtbeton und Porenbeton 2018 Spitzenreiter unter den Bauunternehmen. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) mit. Der hohe Anteil liegt vor allem daran, dass diese Bauart eine der kostengünstigsten ist. Somit leisten Mauerwerkbauten einen großen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Die neuesten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes ergaben außerdem, dass der Anteil von Mauerwerksbauten 2018 vor allem in den nördlichen Bundesländern sehr hoch war. Weit oben liegen hier Mecklenburg Vorpommern mit 85 Prozent, Hamburg mit 84,7 und Sachsen-Anhalt mit 84,4 Prozent. In Baden-Württemberg liegt der Anteil mit 56,4 Prozent am niedrigsten, Rheinland-Pfalz kommt immerhin auf 69,7 Prozent.

Matthias Günther, Vorstand des ISP Eduard Pestel Instituts für Systemforschung, erklärt der DGfM die Gründe für diese bundesweit variierenden Anteile: „Viele Unterschiede sind sicher traditionell entstanden und dürften ihre Ursachen auch in der ungleichen Verteilung von Rohstoffvorkommen haben. In Norddeutschland hat das Mauerwerk Marktanteile von deutlich über 80 Prozent, während im waldreicheren Baden-Württemberg „nur“ 56 Prozent der Wohnungen mit Mauerwerk gebaut wurden. Ohne Tonvorkommen gibt es keine Ziegel und der mit Bimszuschlägen hergestellte Leichtbetonstein ist an die entsprechenden regionalen Vorkommen gebunden und wird deshalb vor allem in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Da zeigen sich gerade auch beim Mauerwerk deutliche regionale Unterschiede zwischen den eingesetzten Steinarten.“

Private Bauherren sind auch überzeugt

Auch im Einfamilienhausbereich liegt das Mauerwerk weit vorne: 74 Prozent der privaten Bauherren entschieden sich für diese Bauart. Hier sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht allzu gravierend: Im Saarland zum Beispiel liegt der Anteil bei 79,1 Prozent, in Bayern bei 71,8 Prozent. Das sorgt für gute Rahmenbedingungen, um den Neubau von bezahlbaren Wohnungen voranzutreiben. „Doch ohne eine breite Unterstützung aus der Politik geht es nicht“, sagt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der DGfM. „Wir warten auf ein klares Zeichen hinsichtlich der Ergebnisse der Baulandkommission, die im Juli vorliegen sollten, und hoffen hier auf einen deutlichen Schub für die Branche.“ Gleichzeitig plädierte er für mehr Offenheit im Wettbewerb der Baustoffe.