Ab dem 1. August gibt es für Azubis, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, mehr Geld als bisher. Auch Lehrlinge mit Behinderung profitieren von den Veränderungen.

Am 28. Juni stimmte der Bundesrat offiziell zu: Der Höchstbetrag für Auszubildende, die Berufsausbildungsbeihilfe beziehen, steigt von derzeit monatlichen 622 auf 716 Euro. Zum 1. August 2020 ist dann eine weitere Erhöhung auf 723 Euro geplant. Auch Zuschüsse, wie zum Beispiel Fahrkosten oder Kinderbetreuung können beantragt werden. Die Aktualisierung lehnt sich an das Niveau der bereits beschlossenen Neuerung der BAföG-Sätze an, die ebenfalls dieses Jahr im Herbst in Kraft treten. „Durch die Anpassung wird den steigenden Unterkunfts- und Verpflegungskosten aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung Rechnung getragen“, heißt es im Gesetz.

Wer bekommt eigentlich Berufsausbildungsbeihilfe?

Menschen, die eine Ausbildung anfangen, können bei der Agentur für Arbeit oder auch bei ihrem zuständigen Jobcenter die Förderung beantragen. 2017 haben rund 87.000 junge Menschen diese Förderung auch erhalten. Anspruch haben Lehrlinge, die nicht bei ihren Eltern wohnen können. Doch Achtung: Ein bloßer Umzug in das Nachbardorf reicht nicht aus. Die Vorgaben sagen, dass erst ein Anspruch auf das Geld besteht, wenn für den Hin- und Rückweg zum Elternhaus mehr als zwei Stunden benötigt würden. Azubis, die mit ihrem Partner in einer Wohnung leben oder auch selbst Eltern sind, können die Hilfe auch unabhängig von ihren Eltern beantragen. Voraussetzung ist allerdings auch hier, dass die Ausbildungsvergütung für die Miete, Verpflegung und Fahrtkosten nicht ausreichend ist. Das Arbeitsministerium schätzt die entstehenden Mehrkosten für die Förderung auf jährlich bis zu 123 Millionen Euro.

Auch Menschen mit Behinderung profitieren

Das Ausbildungsgeld stellt eine ähnliche Förderung wie die Berufsausbildungsförderung dar, allerdings können von ihr nur Lehrlinge mit Behinderung Gebrauch machen. Den Zuschuss gibt es für Menschen, die auf eine besondere Ausbildungseinrichtung angewiesen sind. Dieser Zuschuss wird an die Verbesserungen der Ausbildungsbeihilfe angeglichen. Viele der Sonderregelungen der beiden Förderinstrumente fallen bei der Überarbeitung weg. „Von 24 Bedarfssätzen bleiben dann nur noch 14 Bedarfssätze übrig − ohne dass sich die Unterstützung für die Betroffenen verringert – im Gegenteil“, sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums. Auch Personen, die im Eingangsverfahren oder im Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder an vergleichbaren Maßnahmen teilnehmen, profitieren. „Unterschiede in der Höhe während des Ausbildungszeitraumes werden abgeschafft“, teilt das Arbeitsministerium mit.