Natürlicher Erdaushub sollte da bleiben wo er herkommt und Bauschutt sollte im höheren Maß als bisher recycelt werden – das fordert die Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Verkürzte geforderte Maßnahmen für Transportwege, entlastete Deponien, gesenkte Kosten und eine Umwelt, die sich darüber freut – das alles würde es laut der Bauwirtschaft Baden-Württemberg bringen, wenn man Bauschutt öfter und besser recyceln würde und natürlichen Erdaushub auf Baustellen möglichst vor Ort lassen würde. Das alles nämlich fordert die Bauwirtschaft in einem Positionspapier. 2017 gab es rund 39 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle allein in diesem südlichen Bundesland. Diese Abfälle haben einen Anteil von 80 Prozent am gesamten Abfallaufkommen in Baden-Württemberg. Auf Basis der Daten vom Statistischen Bundesamt lässt sich die große Menge vor allem auf deutliche Zuwächse bei der Abfallart „Boden und Steine“ zurückführen.

Von hohen Kosten zu Vorbehalten gegenüber recycelten Baustoffen

Das bisherige Problem bei der Entsorgung von Erdaushub liegt vor allem in den sich ergebenden hohen Baukosten. So betragen die Kosten abhängig von der Verunreinigung des Bodens für ein durchschnittliches 500 Kubikmeter großes Einfamilienhaus zwischen 15.000 und 70.000 Euro brutto. Im Positionspapier heißt es daher, dass die Wiederverwertung von Bodenaushub vor Ort oberste Priorität haben müsse. Vor allem kritisiert die baden-württembergische Bauwirtschaft die unverhältnismäßigen Grenzwerte. Sie seien beim Erdaushub strenger als beim Trinkwasser und sorgen dafür, dass die Erde zu oft auf der Deponie lande. Auch gebe es Optimierungsbedarf, was den Einsatz recycelter Baustoffe angeht.

Die Bauwirtschaft schreibt, dass selbst öffentliche Auftraggeber oftmals auf die nachhaltigen Baustoffgüter verzichten – und das trotz völlig unbegründeter Vorbehalte. Dabei stelle das Qualitätssicherungssystem Baden-Württembergs für Recycling-Baustoffe sicher, dass ihr Einsatz umweltverträglich und ohne ein Altlastenrisiko erfolge. Deshalb fordert sie nun eine Pflicht für Bauherren zur vorausschauenden Entsorgung. Sie sollen sich bereits während der Planung eines Bauvorhabens über die zukünftige Entsorgung kümmern und ein Bewusstsein dafür entwickeln. Außerdem sollten die Landkreise und Kommunen in ihrer Bauleitplanung verstärkt Flächen für die Ansiedelung von Recyclingbetrieben vorsehen. Viele weitere Forderungen lassen sich in dem Positionspapier nachlesen, dass auf der Website der Bauwirtschaft Baden-Württemberg kostenfrei herunterladbar ist.