Wechselt ein Handwerker aus gesundheitlichen Gründen in einen anderen Job, so kann die Berufsunfähigkeitsversicherung unter bestimmten Bedingungen seine Rente streichen.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat kürzlich entschieden: wer einen neuen Job ausübt, der in Bezahlung und Arbeitszeit vergleichbar mit dem alten Job ist, hat keinen Anspruch auf Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung seines früheren Berufs.

Der Fall

Ein gelernter Dachdecker muss aus gesundheitlichen Gründen seinen Job im Dachdeckerhandwerk aufgeben. Seither bezieht er eine Rente von monatlichen 348 Euro aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Nachdem er aus seinem Job ausstieg, begann der Ex-Dachdecker allerdings eine Tätigkeit als Rettungsassistent. Als das Unternehmen seiner Versicherung das herausfand, stellte diese ihre Leistungen ein. Der Mann ging damit vor Gericht, denn er ist der Meinung, die beiden Jobs wären nicht vergleichbar.

Die Entscheidung

Die Richter des Oberlandesgerichts Düsseldorf gaben der Versicherung recht. Die Begründung liegt in der aktuellen Berufstätigkeit des Mannes, die weitgehend der früheren Lebensstellung des Mannes entspreche. Beide Berufe würden eine qualifizierte Ausbildung voraussetzen und ein vergleichbares soziales Ansehen genießen, so die Richter. Auch das Einkommen sei vergleichbar. Der Mann leistet Wochenend- und Nachtdienste und erbringe somit Zulagen zu seinem festen Einkommen. Als Rettungsassistent verdiene man momentan nur fünf Prozent weniger als ein Dachdecker verdienen kann. Ein Einkommensverlust von bis zu zehn Prozent ist laut Gericht vom Versicherten allerdings als zumutbar hinzunehmen. Der Ex-Dachdecker räumte ein, dass er als Rettungsassistent kaum seine Freizeit planen könne und oft am Wochenende arbeiten gehe. Das Gericht lässt diesen Einwand allerdings nicht gelten: zwar würden vielleicht soziale Kontakte darunter leiden, als Dachdecker sei man allerdings genauso von wechselnden Arbeitszeiten und deren Wirkung auf die Freizeit betroffen. Laut Tarifvertrag für da Handwerk können Arbeitszeiten nämlich flexibel verschoben werden, wenn die jahreszeitlichen Wetterbedingungen dies erfordern.