Die Baukonjunktur in Deutschland entwickelt sich gut, das liegt vor allem am Wohnungsbau. Der Absatz keramischer Fliesen konnte in 2018 davon allerdings nicht profitieren.

Im Segment des Wohnungsbaus ist der baugewerbliche Umsatz in 2018 wie schon im Vorjahr um 11,5 Prozent gewachsen. Kleinere Betriebe mit bis zu 19 Mitarbeitern profitierten davon am meisten, die größeren Betriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern konnten dabei lediglich ein Umsatzplus von 4,9 Prozent erzielen. Bis 2021 sehen die Prognosen für den Neubausektor weiterhin gut aus. Die Sicherheit nimmt man vor allem aus der Anzahl bereits genehmigter Bauten, die in den nächsten Jahren noch umgesetzt werden. Rückläufig ist dahingegen der Absatz keramischer Fliesen in Deutschland. Mit einem Absatzminus von 3,3 Prozent hat nicht nur der Markt in Deutschland gelitten, denn auch Importländer wie zum Beispiel Italien, China und Portugal mussten Absatzbuße hinnehmen. Einige Länder wie zum Beispiel Polen und Spanien haben dahingegen an Absatzvolumen dazugewonnen. In Deutschland hat sich das Produktionsvolumen um etwa 4,5 Prozent verringert, das liegt vor allem an den verkündeten Werksschließungen in 2018.

2017 wurden in Deutschland 47,3 Millionen Quadratmeter Fliesen produziert, 2018 waren es nur noch 45,1 Millionen. Zum Vergleich: 2014 lag die Menge der in Deutschland produzierten Fliesen noch bei 52,4 Millionen Quadratmetern. Zumindest der Export schreibt schwarze Zahlen: 3,6 Prozent mehr Fliesen wurden exportiert, die drei wichtigsten Exportländer waren die Niederlande, Österreich und die Schweiz.

Stabiler Markt für die Zukunft

Betrachtet man die letzten zehn Jahre, ist der Marktanteil von Fliesen an Bodenbelägen um satte 10 Prozent von 14 auf etwa 24 Prozent gestiegen. Sie sind somit nach Teppichboden (35 Prozent) der beliebteste Bodenbelag. Umfragen zeigen außerdem, dass keramische Fliesen ein beliebtes Gestaltungselement im Haus- und Wohnungsbau geworden sind. Wegen ihrer Eigenschaft als Wärmeleiter auf der Fußbodenheizung sind Fliesen in vielen Bausegmenten bereits der Normalfall.

Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Keramische Fliesen (BKF) erwarten für 2019 eine überwiegend stabile Entwicklung, die vergleichbar mit der aus dem Vorjahr ist. Peter Wilson, Vorsitzender des BKF und Geschäftsführer der Steuler Fliesen GmbH, erläutert die Herausforderungen, denen sich die gesamte Branche in den nächsten Jahren stellen muss: „Erhebliche – teilweise geförderte – Überkapazitäten im Ausland, in deren Folge Preise deutlich unter Druck geraten, Veränderungen im Handel und knappe Verlege-Kapazitäten setzen nicht nur den deutschen Fliesenherstellern, sondern allen Markteilnehmern zu. Erforderlich sind also neue Konzepte und Ansätze, die von allen Branchenpartnern entwickelt und getragen werden. Für die deutschen Fliesenhersteller bedeutet das, dass wir unverändert an unserer Imagearbeit für die Fliese festhalten, für die wir seit 2008 jährlich einen Betrag von ca. 200.000 Euro investieren. Mit Blick auf die derzeitige Beliebtheit der keramischen Fliese gehen wir die genannten Herausforderungen zuversichtlich an“.