Mit Sprüchen wie „Weltfrieden defekt. Handwerker (m/w/d) gesucht“ wirbt die Bundeswehr momentan auf vielen Online-Portalen und stößt damit auf öffentliche Empörung.

Bei der neuen Kampagne der Bundeswehr bleibt es allerdings nicht nur bei diesem einen Spruch. Auch die nächste Werbebotschaft hat viele negative Meinungen hervorgerufen: „Gas, Wasser, Schießen. Handwerker (m/w/d) gesucht.“ In sozialen Medien wie zum Beispiel Twitter wird der Bundeswehr unter anderem ein wenig sensibler Umgang mit der deutschen Geschichte vorgeworfen. Erste Meinungen auf Twitter stammen auch von Politikern, so zum Beispiel von SPD-Politiker Karl Lauterbach: „Unglaublich, wie dumm und peinlich die Bundeswehrwerbung schon wieder ist. Hoffentlich ist die Ausbildung besser. Es liegt doch auf der Hand, dass dies Assoziationen zum Gaskrieg weckt …“ Der Vorstandssprecher des Kinderhilfswerks Terre des Hommes, Albert Recknagel, sagte gegenüber der Osnabrücker Zeitung: „Mit der Aneinanderreihung von „Gas“ und „Schießen“ weckt die Bundeswehr sofort die Assoziation an die deutsche Vergangenheit. Ich frage mich, wer solche Plakate freigibt.“ Auch das Handwerk selbst bezweifelt, dass die Bundeswehr mit solchen Slogans Erfolg bei ihrer Suche haben wird: „Wer glaubt nach dem Motto ,Auffallen um jeden Preis‘ gut ausgebildete Handwerker abzuwerben, ist nicht auf der Höhe der Zeit“, sagt Norbert Borgmann, Vizepräsident des Zentralverbands Sanitär-Heizung-Klima. Mit der eigenen Ausbildungskampagne „Zeit zu starten“ sei das SHK-Handwerk schon um einiges weiter. „So schlechte Werbung haben unsere Soldaten nicht verdient.“

Verteidigungsministerium versteht Aufregung nicht

Auf Anfrage der Osnabrücker Zeitung (OZ) erklärte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums, dass die Kommentare zu der Kampagne „weit überwiegend positiv“ seien. Auch verstehe man die ganze Aufregung nicht. Die Kampagne solle noch bis Ende Juli laufen, sowohl auf Plakaten als auch online. Das Ziel sei, ansprechend und humorvoll auf den Arbeitgeber Bundeswehr aufmerksam zu machen. „Natürlich wollen wir, dass sie [die Kampagne] auffällt und unsere Botschaft mit einem „Augenzwinkern“ transportiert“, heißt es von der Sprecherin gegenüber der OZ.

Viele offene Stellen

Bei der Bundeswehr sucht man momentan vor allem nach Elektronikern, Kraftfahrzeugmechatronikern und Mediengestaltern. Mehr als 25.000 Stellen sind zurzeit offen, davon allein 1.000 Stellen für gelernte Elektriker, Mechaniker oder auch Gas-Wasser-Installateure. Auch Bewerber für körperlich schwere Berufe wie Kampfschwimmer oder Minentaucher würden gesucht. Die Sprecherin verwies gegenüber der OZ aber auch auf die 120.000 Bewerbungen, die durchschnittlich jedes Jahr eingingen: „Die Bewerberlage ist damit insgesamt auf einem erfreulich hohen Niveau.“