Das Geschäft für Solaranlagen zur Wärmeerzeugung lief in den letzten zehn Jahren längst nicht so erfolgreich wie davor. Seit Herbst 2018 steigt die Nachfrage nun wieder.

Eine gemeinsame neue Erhebung der Solar- und Heizungsindustrie zeigt: die Menschen interessieren sich wieder zunehmend für Solaranlagen zur Erzeugung von Wärme in ihren vier Wänden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) führt die Belebung der Nachfrage darauf zurück, dass das Klimaschutzbewusstsein wohl bei vielen wachse, auch, wenn der Absatz von solarthermischen Anlagen weiterhin weit hinter dem klimapolitisch notwendigen Zubau hinterherhängt.

Insgesamt sind in Deutschland aktuell (Stand Ende 2018) 2,4 Millionen Solarthermieanlagen installiert und erzeugen Solarwärme. 2018 ist die Fläche der Anlagen von 20 Millionen Quadratmeter auf rund 20,5 Millionen Quadratmeter gewachsen. Im Jahr 2018 kamen in Deutschland insgesamt rund 71.000 neue Anlagen dazu. Die Solarwirtschaft fordert nun allerdings von der Bundesregierung, dass sie neue wirksame Maßnahmen zur Vervielfachung dieser Zahl aufstellt. Die selbst gesteckten Klimaziele habe die Bundesregierung laut BSW nämlich noch längst nicht erreicht. Würde man den Klimaschutzplan umsetzen wollen, müsste man den Kohlenstoffdioxidausstoß im Gebäudesektor bis 2030 um ganze 40 Prozent reduzieren. Um dieses Ziel annähernd zu erreichen, müsste die aktuell jährlich installierte Solarthermie-Leistung verdrei- bis versiebenfacht werden.

Fossile Brennstoffe müssen unattraktiver werden

„Erneuerbare Energien benötigen endlich faire Investitionsbedingungen gegenüber fossilen Wärmeträgern. Die fortschreitende Klimakrise kann nur durch eine Abkehr von fossilen Brennstoffen aufgehalten werden. Gerade im Wärmebereich passiert hier noch viel zu wenig. Die Politik muss dringend die richtigen Anreize und Standards setzen, sowohl im Bestand als auch im Neubau“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Konkret forderte Herr Körnig bei einem Branchentreffen vor einigen Wochen „einen Dreiklang aus attraktiveren Förderangeboten, einem sozial abgefederten CO₂-Preis und gesetzlichen Mindeststandards für den Einsatz Erneuerbarer Energien. Letztere dürfen nicht nur bei Neubauten gelten, sie müssen dringend auf die Heizungssanierung und die Fernwärme ausgedehnt werden.“

Was die Bürger tun wollen

Eine vom BSW beauftragte repräsentative Umfrage im Februar 2019, die vom Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt wurde, zeigt, dass die Bürger sich ebenfalls für die Nutzung von erneuerbaren Energien aussprechen. Aktuell sind wohl zwei Drittel der Bürger dafür, dass im Sanierungsfall die neue eingebaute Heizung nur mithilfe von erneuerbaren Energien betrieben werden müsse – zumindest anteilig und sofern es technisch möglich ist. Nur 20 Prozent antworteten auf diese Frage mit einem Nein beziehungsweise einer Neigung zum Nein. Die übrigen 14 Prozent wählten die Antwort „Weiß nicht“.