Bedachungen müssen nach den Landesbauordnungen gegen Brandbeanspruchungen geschützt sein. Für Steildächer mit PU-Aufsparrendämmung gibt es jetzt eine neue Planungshilfe.

Die großen Herausforderungen bei Dächern sind nicht nur die Gewährleistung einer hohen Dämmleistung und Dauerhaftigkeit, sondern auch eine ausreichende Sicherheit in Brandfällen. Alle Dächer müssen demnach gegen eine Brandbeanspruchung von außen durch Flugfeuer und strahlende Wärme ausreichend lang standhalten. Auf Steildächern wird diese Anforderung meist durch eine „harte Bedachung“, zum Beispiel durch Ziegel oder Betondachsteine, erfüllt.

In bestimmten Fällen, vor allem bei den Gebäudeklassen 4 und 5, sollen Dächer aber auch bei einer Brandeinwirkung von innen (zum Beispiel bei einem Zimmerbrand) die Brandweiterleitung behindern. Für diese Anforderungen gilt die Feuerwiderstandsklasse REI 30 (feuerhemmend) oder auch F 30, beide Klassen werden in einer DIN-Norm geregelt. In der neu aufgelegten Planungshilfe „REI 30 Steildächer mit PU-Aufsparrendämmung“ vom Industrieverband Polyurethhan-Hartschaum (IVPU) sind alle entsprechenden Nachweise der Anforderungen enthalten. PU-Dämmstoffe haben gleichzeitig eine hohe Wärmedämmleistung und thermische Beständigkeit. In den europäischen Brandklassen werden diese Dämmstoffe unter der Klasse B und C (schwerentflammbar) oder D und E (normalentflammbar) eingestuft. Der verwendete Polyurethan-Hartschaum ist nicht schmelzbar und kann somit im Brandfall nicht brennend abtropfen. Glimmbrände können bei PU-Dämmstoffen nicht auftreten.

Feuerwiderstandsfähigkeit

Die Feuerwiderstandsfähigkeit eines Gebäudes bezieht sich auf die Gesamtkonstruktion. So wird bei der Bestimmung der Dachaufbau in Verbindung mit allen Schichten, Sparren, Dämmstoffen und der Schalung betrachtet. Ausschlaggebend ist die Dauer in Minuten, die das Dach dem Feuer standhält und die Brandausbreitung verhindert. Die Nachweise zur Feuerwiderstandsfähigkeit von Steildachkonstruktionen mit PU-Aufsparrendämmung wurden mithilfe von brandschutztechnischen Prüfungen ermittelt und sind in der Planungshilfe aufgeführt. Dazu gehören das allgemeine bauaufsichtliche Prüfungszeugnis und der Klassifizierungsbericht, die Zuordnung der Feuerwiderstandsklassen zu den bauaufsichtlichen Bezeichnungen und auch die relevanten Konstruktionsvarianten mit PU-Dämmstoffen, die vom IVPU hergestellt und vermarktet werden. Das Dokument ist im Mediacenter auf der Website des Verbandes kostenlos downloadbar.