Wer mit akademischer Ausbildung mit dem Restaurieren von Kunst sein Geld verdient, arbeitet nicht im Handwerk. Für Restauratoren ergeben sich dadurch einige Vorteile.

Wer in einem Restauratoren-Betrieb arbeitet und eine akademische Ausbildung hat, fällt mit seinem Betrieb nicht unter die Tarifverträge für Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Voraussetzung dafür ist, dass er mit seiner Arbeit eine wissenschaftlich-kunsthistorische Herangehensweise pflegt. Daraus ergibt sich, dass Restauratoren-Betriebe keine Auskunft über den Verdienst der Beschäftigten geben und keine Beiträge abführen müssen. Handwerksbetriebe des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks müssen nämlich nach einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zusätzliche Pflichtbeiträge zur Finanzierung einer Zusatzrente und der Berufsausbildung für ihre Beschäftigten leisten. In einem aktuellen Fall wurden Betriebe von Restauratoren vor Gericht davon aber ausgenommen.

Der Fall

Im konkreten Fall hat ein Restaurator sein Fachhochschulstudium abgeschlossen und führt seitdem einen Betrieb. Hierbei übernimmt er unter anderem Restaurierungsarbeiten an Denkmälern und Steinobjekten. Eine Beitragspflicht findet er ungerechtfertigt, denn er führe keinen gewerblichen Betrieb, sondern übe einen freien Beruf aus und dafür sei er durch eine akademische Ausbildung qualifiziert. Die klagende Zusatzversorgungskasse des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks dagegen meint, dass sich auch Inhaber und Mitarbeiter von Handwerksbetrieben durchaus auf anspruchsvolle Restaurierungsarbeiten spezialisieren könnten.

Das Hessische Landesarbeitsgericht stellte sich auf die Seite des Restauratoren: nach Auffassung der Richter unterliegt ein Restaurator mit akademischer Ausbildung und eigenem Betrieb nicht den Tarifverträgen für Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Das liege auch daran, dass die verwendeten Werkzeuge wie zum Beispiel Mikroskop, Schwamm oder Pinsel keine Arbeitsmittel des Handwerks darstellen würden.