Die Baumschulwirtschaft befindet sich momentan in einem Engpass. Der Bund deutscher Baumschulen beklagt: qualitativ hochwertige Gehölze sind kaum noch verfügbar.

Immer weniger Baumschulbetriebe, eine trotzdem dauerhaft steigende Nachfrage und der Hitzesommer 2018: für die Engpässe rund um deutsche Gehölze gibt es viele Ursachen. So sei laut dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) schon seit 20 Jahren die Entwicklung im Gange, dass durch den Strukturwandel die Zahl der Betriebe in Deutschland weiter sinkt. Die langanhaltende Hitze im Sommer 2018 hat nicht gerade einen positiven Beitrag zur Knappheit geleistet: durch Hitze und Trockenheit haben viele Gehölze aus dem Freiland oft nicht die gewünschte Größe erreicht.

Geduld ist gefragt

Dies werde sich laut BdB auch auf die nächsten Jahre auswirken. Wo möglich, wurden bereits neue Flächen aufgeschult, es bedarf allerdings großer Geduld, bis die Engpässe wieder aufgefüllt sind. Bei manchen Sortimenten werde es Jahre dauern, bis die große Nachfrage wieder ohne Probleme bedient werden kann.

Bernhard von Ehren, geschäftsführender Gesellschafter der Baumschule Lorenz von Ehren, ist nicht sonderlich überrascht von den aktuellen Umständen: „Der Trend zur Knappheit wurde in den letzten 3 Jahren schon sichtbar, durch den letzten Dürresommer wurde der Verlauf darüber hinaus verstärkt. In diesem Jahr werden die Baumschulen die meisten Pflanzen noch liefern können, doch sogar Standardpflanzen wie Hainbuche oder Feldahorn werden rar. Auch die europaweite Nachfrage nach deutschen Bäumen steigt und es zeichnet sich ab, dass die Baumschulen diese Nachfrage nicht mehr vollends bedienen können.“ Oliver Fink, Vorsitzender der Gartenbaumschulen, ist aber optimistisch gestimmt, was die Verknappung betrifft: „Mit einer guten Fachberatung können wir den Kunden auch Alternativen zu den nicht erhältlichen Sortimenten bieten. Es erfordert zwar eine gewisse Flexibilität von den Kunden, aber in der Regel sind Sie mit unserem Angebot weiterhin sehr zufrieden.“